Die Ärzte – Jazzfast, Ferropolis

Von am 22.Juni 2008 in Blog, Rock&Pop

Obwohl ich mich nicht mal als Fan bezeichnen würde, sind „Die Ärzte“ die Band, die ich bis jetzt wohl am häufigsten in meinem Leben live gesehen habe. Dabei habe ich keine der Karten wirklich gezielt gekauft, sondern sie sind mir mehr oder weniger immer irgendwie in die Hände gefallen.

Mal war ich als Fahrer und Begleitperson einer Gruppe Behinderter auf einem KISS-Konzert, wo die Ärzte als Vorband spielten, mal bekam ich zwei Stunden vor Konzertbeginn eine übrig gebliebene Karte geschenkt, mal war einfach nur die Gelegenheit günstig und ich ging halt mit hin. Richtig vorgenommen habe ich mir die Konzertbesuche jedoch nie.

So ähnlich war es auch dieses Mal. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis zeigte sich, dass eine große Zahl von Leuten zu dem Konzert nach Ferropolis wollte. Es wurde ein Bus gemietet und weil u.a. ich dazu den Vorschlag gemacht hatte, bekam ich eine frei gewordene Karte angeboten. So saß ich dann mit drin im Boot Bus zu den Ärzten und ihrer Jazzfast-Tour.

Da man sich dank des Charterbusses keine Sorgen um Promillegrenzen machen musste, hatten auch alle Mitreisenden gut in Form von Bierkästen, -fässern und Likören vorgesorgt. Der mittlere Ausgang des 50-Personen-Busses war jedenfalls zugestellt und machte als Notausstieg nicht mehr viel her. Die Fahrt begann und als ich ca. eine Dreiviertelstunde nach Abfahrt den Busfahrer aufgrund einer Druckblase zum ersten Mal nachdrücklich zum Anhalten zwang bat, hatte ich schon tüchtig einen im Tee … dank der unerträglichen Hitze und allgemeinen Heiterkeit im Gefährt war ich damit aber nicht allein. Zwei kurz darauf folgende weitere Pinkelpausen (wenn man einmal damit anfängt…) später standen wir mit einigen 100 anderen Autos endgültig im Stau. Ist ja auch clever, eine enge Landstraße zu sperren, wenn ein paar Tage später 25.000 Leute gleichzeitig zu einem Konzert wollen.

Nachdem wir zunächst nur ein wenig den Stau entlanglaufen wollten, um irgendwann wieder in den Bus zu steigen, entschieden wir uns, gleich die restlichen Kilometer der Pünktlichkeit wegen komplett zu Fuß zu gehen.

Ich hatte eine Menge Spaß mit den genervten Autofahrern im Stau („Die Landkarte können sie weglegen. Folgen Sie einfach dem Auto vor Ihnen.“ oder „Nach Ferropolos? Ja!? Gut… einfach immer geradeaus.“) ging es frohgemut über Felder entlang von Wäldern, bis nach geraumer Zeit im Hintergrund eines Schildes (Ferropolis 3km) am Horizont die ausrangierten Abraumbagger auftauchten. Wir kamen an und die letzten paar hundert Meter zur Bühne half uns ein kostenloser Shuttlebus. Die Bühne wurde zu diesem Zeitpunkt noch von einem schwarzen Vorhang („Achtung Jazz“) verdeckt, doch kaum hatte ich mein 5,-€-Bier erstanden, ging das Konzert auch schon los. Es gab die erwartete Ärzte-Show. Die müssen ja keinem mehr was beweisen. Die wollen nur unterhalten und so gab es zwischen den Songs die gewohnten ironischen und selbstironischen Sprüche zu hören. Das Publikum war bester Laune und auch wir wechselten nach einer Weile unseren Standort in eine etwas bühnennahere Richtung. Bei „Junge“ bildete sich mehrfach eine ca. 20 Meter breite Wall of death. Auch ich begab mich einmal in diese, um mit geprellter Nase und Fußabdruck auf der Hand wieder raus zu kommen. Trotzdem irgendwie witzig, so was.

Nach zwei Stunden so gegen 23.00 Uhr war das offizielle Programm dann zu Ende, aber das heißt ja bei den Ärzten nix weiter und es folgte natürlich noch eine mehr als 1stündige Zugaberunde.
Dann war Schluss und es galt, unseren Bus zu finden. Als dies endlich gelang, ging es zurück nach Hause und die meisten Leute im Bus hatten einen schönen Poprock-Abend hinter sich und viele neue und alte Weisen der besten Band der Welt im Ohr.

Band-URL: www.bademeister.com
Ort: Ferropolis, Gräfenheinichen
Preis: 32,00 €

2 Kommentare

  1. Den Inhaber dieses Blogs sah man auf der Rückfahrt zusammengesunken auf seinem Platz sitzen. Bauernschlapphut im Gesicht.

  2. Die Ärzte sind einfach mal richtig sehens- (und natürlich auch hörens-)wert. Da kricht man noch was für sein Geld…
    Bin sehr neidisch – auch, wenn’s bei mir gerade mal sieben (Moment mal – schon sieben?!) Monate her ist…

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