"Julie&Julia" – Kurzkritik

Von am 5.September 2009 in Blog, Featured Articles, Kino&Kultur

"Julie&Julia" – Kurzkritik

Warum ich mich von der Baroness dazu hab überreden lassen, in einen Film mit Meryl Streep in der Hauptrolle zu gehen, der auch noch „Julie&Julia“ heißt und in dem es um zwei kochende Frauen gehen soll, ist einfach. Er war auch vom Bloggen die Rede und es sollte eine Komödie sein. Mörderargumente…

Tatsächlich ging es dann hauptsächlich um die Lebensgeschichte zweier Frauen und nur am Rand ums Bloggen. Die eine, Julia Childs (Meryl Streep), ist eine berühmte und sympathisch-schrullige amerikanische Fernsehköchin , die in den 60ern mit ihrem Buch „Mastering the Art of French Cooking“ eine großartige und späte Karriere startete.
Julie Powell (Amy Adams) ist eine New Yorkerin aus Queens, die 2002, kurz vor ihrem 30. Geburtstag in eine kleine Lebenskrise gerät und daraufhin beschließt, ein Blog zu starten. Inhalt dieses Blogs ist der Versuch, in 365 Tagen alle 529 Rezepte des berühmten Buches von Julia Childs nachzukochen. Beide Geschichten beruhen also auf tatsächlichen Biografien und tatsächlichen Personen.
Es wird in der Folgezeit abwechselnd auf die Lebensgeschichten der beiden Frauen eingegangen, die trotz der großen zeitlichen Differenz einige Parallelen aufweisen. Es wird gezeigt, wie die eine (Julia Childs), als unterbeschäftigte, gelangweilte Diplomatenfrau mit immerhin schon 37 Jahren in Paris anfängt, kochen zu lernen und wie die andere (Julie Powell) mit ihrem Blogprojekt immer erfolgreicher wird, bis dann schließlich Verlage und Fernsehteams bei ihr klingeln. Beide haben gemeinsam, dass das Kochen ihr bisheriges Leben im positiven Sinne vollkommen auf den Kopf stellt…

Der Film ist tatsächlich stellenweise recht amüsant und auch von der Geschichte her nicht uninteressant. Da ich nun einige Youtube-Videos von der echten „Julia Childs“ gesehen habe, kann man Meryl Streep eine gute schauspielerische Leistung bescheinigen. Gestern im Film fand ichs noch etwas überzogen, aber die echte Julia war wohl tatsächlich so.
Der Film ist in erster Linie ein Denkmal für die 2004 mit 91 Jahren verstorbene Fernsehköchin. Als Grundlage diente das Buch, das Julie Powell in Folge ihres Blogprojektes schreiben konnte.
Obwohl es kein reiner „Frauenfilm“ ist, dürfte er wohl für Frauen, die gerne kochen interessanter sein, als für Männer, die gerne essen. Außerdem ist der Film in den USA , also dort, wo man die echte Julia Childs noch kennt, sicher auch besser aufgehoben. Der Film hat einige Längen und hätte meiner Meinung nach nicht über zwei Stunden dauern müssen.
Trotzdem ist es kein wirklich schlechter Film, doch es hätte auch gerreicht, ihn auf DVD oder im Fernsehen gesehen zu haben.
Von mir bekommt er irgendwas in Richtung 6,7 von 10 Punkten.

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