„Männerherzen“ – Kurzkritik

„Männerherzen“ – Kurzkritik

Bei deutschen Komödien bin ich ja immer etwas skeptisch und eigentlich guck ich mir die auch im Kino nicht mehr an. Aber es war Sonntag, es hat geregnet und es kam nichts andres, das man nicht schon gesehen hatte.

Link: http://wwws.warnerbros.de/maennerherzen/

Wenn man sich die Zutaten so anguckt, sieht das auch erst mal wieder nach einer gewinnoptimierten deutschen Humorgeschichte aus. Es geht im Groben um das Thema “moderne Männertypen” und deren Beziehungen zu Frauen. Ein Thema, das immer funktioniert. Man besetzt mit Til Schweiger und Christian Ulmen zwei Publikumslieblinge, die derzeit ziemlich weit oben mitspielen und bei jung und alt funktionieren. Auch sonst bemüht man sich um eine qualitativ hochwertige Schauspielerauswahl. Es ist ein Film, der ungesehen erst mal verspricht, dass hier für jeden was dabei sein könnte und mit Themen arbeitet, die beim Publikum immer funktionieren. Das Prädikat lustig noch oben drauf und fertig ist der Kessel Buntes.

Es wird hier die Geschichte von mehreren Männern erzählt, die in der Hauptstadt Berlin leben. Zu Beginn des Films verbindet diese Männer eigentlich nur die gemeinsame Mitgliedschaft in einem Fitnessclub.
Da gibt es den Musikproduzenten, der jeden Abend ausgelassene Partys feiert und jeden darauf folgenden Morgen mit einer anderen Frau im Arm aufwacht (Til Schweiger), den bei Frauen erfolglosen und ungeschickten Gewerbeamtsmitarbeiter, der verzweifelt eine Beziehung sucht (Christian Ulmen), den unreifen und beruflich nichts auf die Reihe kriegenden chaotischen Individualisten, der als Hinweispfeil auf dem Alexanderplatz arbeitet (Maxim Mehmet), den in Scheidung lebenden, aufbrausenden und gewalttätigen Psycho, der im Grunde seines Herzens aber eigentlich lieb ist(Wotan Wilke Möhring) und den Manager einer Werbeagentur, der streng nach Terminkalender und Lebensplan lebt und selbst seine bald anstehende Hochzeit nach striktem Zeitplan organisiert und vorbereitet (Florian David Fitz).
Allesamt total überzeichnete Schablonen von Männertypen, wie sie in der Gesellschaft in abgeschwächter Form sicher auch vorkommen. Trotz der totalen Stereotypisierung kommen aber alle irgendwie authentisch rüber, ohne das es gekünstelt wirkt. Die Geschichte zeigt glaubwürdig in schnellen Schnitten die Geschichten der Männer, ihre Sorgen, Träume, Wünsche und Probleme, mit denen sie sich herumzuschlagen haben. Im Laufe der Geschichte verweben sich die Geschichten mehr und mehr miteinander und sind am Ende fast kaum noch voneinander zu trennen.

Die Geschichte hat tatsächlich mehr als nur ein Paar originelle Ideen und auch den ein oder anderen lustigen Moment. Die geschilderten Episoden aus dem Leben der Männer sind äußerst zeitnah und glaubwürdig dargestellt. Die Frauen spielen die passenden Gegenparts (Jana Pallaske mag ich übrigens sehr). Die Rollen werden durchweg solide und gut gespielt. Auch hier gab es nichts zu bemängeln.
Trotzdem hinterließ der Film bei mir am Ende nicht mehr als das Gefühl, grundsolide und klamaukig bis lustig unterhalten worden zu sein. Kann man sich angucken, man kann es aber auch bleiben lassen. Wenn man sich für letzteres entscheidet, wird man keinen bahnbrechenden Film verpasst haben, ein paar Schmunzler und Lacher allerdings schon.




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2 Kommentare

  1. den trailer fand ich irgendwie witziger als den film. man sollte sich “maennerherzen” meiner meinung nach fuer einen lockeren fernsehabend aufsparen; aber einen kinobesuch ist er allemal nicht wert.

  2. Stimmt irgendwie. Die besten Lacher wurden schon im Trailer verbraten.

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