„Element of Crime“, 28.01.10 – Leipzig (Bericht, Fotos und Videos)

Von am 29.Januar 2010 in Blog, Featured Articles, Nah&Fern, Rock&Pop

„Element of Crime“, 28.01.10 – Leipzig (Bericht, Fotos und Videos)

Der Name der Band „Element of Crime“ fiel mir über viele Jahre immer mal wieder vor die Füße, ohne dass ich Notiz davon nahm oder mich gar für die Musik dahinter interessierte. Zu martialisch klang das für mich und so Heavy Metal ist nur ganz selten meins. Dann schrieb der Sänger Sven Regener das Buch „Herr Lehmann“, welches alsbald in aller Munde war. Als es zum Taschenbuch wurde, las ich es und war hinterher der Meinung, dass jemand, der so einen Roman schreibt, sicher auch gute Musik macht. Nun mag ich die Musik und das Buch und schenkte der Baroness zu Weihnachten eine von zwei Karten für das Konzert in Leipzig, weil es ihr genauso geht.

Zum heutigen Zeitpunkt kann man schon sagen, dass die positive Presse für „Herr Lehmann“ sich auch positiv auf die Band des Autoren ausgewirkt hat. Mit ihrer Platte „Mittelpunkt der Welt“ feierten sie 2005 bis dato nicht gekannte Erfolge, obwohl die Band immerhin seit Beginn der 80er-Jahre bestand hat.
Es folgte eine ausgedehnte Tournee und als vorläufiger Höhepunkt stieg das neuste Werk „Immer da wo du bist bin ich nie“ im September 2009 auf Platz 2 der Album-Charts ein. Mit dieser Platte schrammen sie musikalisch so ein bisschen das Countryfach, was auch mal schön ist, aber mir zumindest auf CD nicht ganz so gut gefiel, wie der Vorgänger.
Trotzdem kann man auch hier auf verlässliche EoC-Größen bauen. Schnodderiger Gesang, um den sich zumeist ruhige und vor allem schön zeitlose Musik wickelt … oder umgekehrt.
Element of Crime klingt im Prinzip immer ein bisschen wie eine Berliner Kiezstraße im Spätsommer, die man durch den Metaphernfleischwolf geleiert hat.

Oft sehr schwermütig und kopflastig sind Songs und Texte. Sehr poetisch, wenn man will, aber ohne das es nervt, weil auch mitten aus dem Leben. Melancholisch, aber doch auch offen der Welt gegenüber. Mir gefällt das und ich war gespannt, wie sich das so während eines Live-Konzertes anfühlt.

dsc09285 Zunächst betrat im Auensee, am Rand des ehemaligen Pionierparks aber erst mal „Florian Horwarth“[Klick] aus Wien die Bühne. Das war schöne, ziemlich interessant arangierte Popmusik und ein sehr ruhiger Einstieg. Mehr so für Frauen. Seicht aber gut … und ein wenig weinerlich vielleicht im Gesang. Hört einfach mal rein auf seiner Myspace-Seite.

Eine Viertelstunde später begannen Element of Crime ihr Konzert.
Wie das viele Musiker so halten, reduziert man im Alter die Bühnenshow ja gerne auf einen Punkt nahe Null und lässt die Musik für sich alleine wirken. Wenn man das kann und das auch funktioniert, so wie hier, geht das für mich völlig in Ordnung. Ich brauch kein Gehampel und keine zwanghafte Bespaßung des Publikums. Kommt eh immer auf die gleichen austauschbaren Floskeln raus.
Die Interaktion mit dem Publikum bestand im Wesentlichen aus einer Begrüßung, dem gelegentlichen Ruf des Wortes “Romantik” und einigen Dankeschöns am Ende.

dsc09311 Das Konzert entwickelte sich so aufgrund der eher ruhigen Musik zu einer sehr entspannten und entspannenden Angelegenheit. Schön, wie abwechslungsreich man durch das Repertoire geführt wurde und die Songs teilweise neu arangiert (großartige Geige) wiederfand. Als so gegen Ende des Konzertes der Punkt erreicht war, an dem man sich auf einige der englischsprachigen Songs aus den 80ern entsann, wurde es noch eine Idee rockiger und Songs aus langer Vorzeit waren zu hören. Das Ende des offiziellen Konzertteils bildete dann die aktuelle Single “Immer da wo du bist bin ich nie” vom gleichnamigen Album. Anschließend ließ sich die Band nicht lange bitten und spielte noch vier Zugaben, die aus jeweils 1-2 Songs bestanden. Am Ende war ich sehr zufrieden, dass ich nach rund 100 Minuten einen kompletten Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen der Band gehört und diese nun auch mal live gesehen hatte.
Das war alles sehr sehr schön. Gerne wieder!

Mehr zu Element of Crime gibt’s z.B. auf der
offiziellen Seite oder im
Tourblog von Sven Regener.

Die Karte hat 31,50 € gekostet und das Konzert fand im Haus Auensee statt. Das Konzert war ausverkauft, also waren ungefähr 2.500-3.000 Leute da.

Ich habe ein paar Fotos und ein kurzes Video mitgebracht:

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