“Keimzeit” live, Frühlingsfest Jena – 28.05.2010
Auf Keimzeit-Konzerten waren wir schon öfter. Mein erstes Konzert dieser Band ist unglaubliche 17 Jahre her und da wundert es eigentlich nicht, dass ich mit der Musik inzwischen immer mehr nostalgische Erinnerungen verbinde, auch wenn ich mich noch für einigermaßen jung halte.Keimzeit löst Emotionen aus und verbindet Erlebnisse, die man während der Konzerte hatte, damals vor 17, 14, 8 oder 3 Jahren, mit den Songs, die man dabei hörte.In etwa also genau die gleichen Gründe, warum die Leute im Osten immer noch zu den “Phudys” rennen oder meine Eltern um die 100,-€ für eine “Rolling-Stones”-Karte ausgeben. Aber! Im Gegensatz zu diesen Bands sind Keimzeit nach wie vor sehr aktiv, entwickeln sich immer weiter und nehmen regelmäßig neue Alben auf, die den aktuellen Stand dieser Entwicklung zeigen. Ein wesentlicher Unterschied. Das letzte Werk heißt “Stabile Währung Liebe”und ist ungefähr ein Jahr alt.
Nun ist es ja so, dass so Auftritte auf Stadtfesten bei freiem Eintritt eher undankbare Aufgaben für eine gestandene Band mit einer über 25-jährigen Geschichte sind. Der Anteil der eingefleischten Fans verschwindet unter dem Heer an Stadtfestbesuchern auf der Suche nach Spaß und Unterhaltung. Einige in meinem Umfeld kannten nicht mal den Namen der Band, der sie zuhörten, wenn sie gerade nicht mit ihren Bürokolleginnen quatschten oder nach Sekt und Pilzpfanne anstanden.
So geriet die erste Stunde des Konzertes für viele eher zur Begleitmusik und nur die Fans hatten Freude daran, die neusten Werke, aber auch Klassiker wie “Irrenhaus” live zu hören, beim ersten Open Air der Band im Jahr 2010.
Im Laufe der Zeit nahm aber erkennbar die Zahl der Leute zu, die leicht mit der Musik mitwippten und nach und nach auch immer interessierter zuhörten. Doch erst, als eine Viertelstunde vor Schluss das altbekannte “Kling Klang” über den Marktplatz schepperte, wussten dann endlich auch die Letzten im Publikum, mit wem sie es hier zu tun hatten. Von da an war die Stimmung prima und die Band sowieso mal wieder in Spiel- und Solierlaune und so gab es noch einige ausgedehnte Zugabenrunden, unter anderem mit dem inzwischen in Jena illustriertem Kinderlied “Der Löwe” und “Singapur”.
Fazit: Das Konzert endete im Publikum und auf der Bühne entspannt-positiv und war wieder einmal sehr schön. (Und da wir nun schon keinen Eintritt bezahlt hatten, wollte ich uns heute dann wenigstens das neuste Album bei iTunes kaufen. Es wurde dann aber doch nur “Das Beste bis Jetzt” aus dem Jahre 2002. Das hatte ich auch noch nicht, und beim Blick auf die Titelliste haben dann die Erinnerungen eben wieder gewonnen.)
*UPDATE* Einen weiteren Bericht zum Konzert gibt es auch bei den Leuten von Elektrofeld.de
Links:
Jena
Band
Bericht auf Elektrofeld.de
Fotos:
Videos:
“Irrenhaus”
“Dieses Mal”
Sehr schöne Zusammenfassung und tolle Fotos.
Vielen Dank!
Hallo Martin, erst jetzt habe ich deine Seite hier gefunden. ein sehr schöner Bericht vom Konzert.