Nach langer Zeit endlich wieder im Objekt 5. Eleni Mandell, die Singer-/ Songwriterin aus den USA machte kurz vor Ende ihrer aktuellen Tournee einmal mehr hier Zwischenstopp, u.a. weil es einer ihrer Lieblingsclubs ist, wie sie an diesem Abend selbst sagt. Unterstützt wurde sie im Vorprogramm von Britta Persson nebst Band aus Schweden.
Es zeigte sich, dass es nicht ganz so voll werden würde, wie gewohnt in diesem kleinen halleschen Club mit dem ganz eigenen Charme und ausgesuchtem Musikprogramm. Am Ende waren geschätzte 50-60 zahlende Gäste anwesend.
Britta Persson kannte ich vorher gar nicht. Ich sah ein Video von ihr im Internet und fand es musikalisch interessant. Am gestrigen Abend betrat sie dann etwas scheu und schüchtern mit ihrer Band die Bühne und fing ohne große Vorrede an, Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen. Das war zwischenzeitlich ziemlich experimentell arrangiert, aber insgesamt gesehen auch sehr unterhaltsam und abwechslungsreich anzuhören. Ihre klare, sphärische Stimme trug viel Gefühl in sich und hielt die Musik zusammen. Ihr Bassist wechselte zwischendurch für einzelne Songs auch schon mal zum Keyboard und der Schlagzeuger war zu einem guten Teil auch Perkussionist, der zeigte, dass ein Schlagzeug auch andere Sachen kann, als nur Krach machen. Die Musik kann ich gar nicht so recht in ein Genre stecken, aber das ist sowieso in den meisten Fällen unnötig. Man kann sie aber bedenkenfrei gut nennen. Das war ein gelungener Start in den Abend.
Eleni Mandell sah ich gestern bereits zum dritten Mal live. Ich hatte sie vor längerer Zeit schon einmal ein wenig genauer vorgestellt. Wer sehr speziellen Punk zu seinen Wurzeln zählt, in der Anfangszeit mit PJ Harvey verglichen wurde, bei Tom Waits in die Schule ging und kein Problem darin sieht, nach eher düster-rauen Alternative-Debütalben ein Country-Album auf den Markt zu bringen („Country for True Lovers“), dass dann, wie so ziemlich alle Alben voher, ebenfalls von der Fachpresse in höchsten Tönen gelobt wird, so jemand hat meine volle Aufmerksamkeit.
Ich schätze sie inzwischen aber nicht mehr nur für ihre Musik und ihre Stimme, sondern auch für ihre Bühnenpräsenz und Ausstrahlung bei Live-Auftritten. Es kommt immer eine spezielle Stimmung bei ihren Konzerten auf. Die meisten Gäste schauten auch diesen Abend einfach nur fasziniert-hypnotisiert dort nach vorn auf die Bühne, bestaunen die Qualität des Live-Gesangs und lassen sich von den Gefühlen vereinnahmen, die diese Stimme, unterstützt von der Musik, transportiert und auslöst.
Die Tournee dient dazu, ihr aktuelles Album „Artificial Fire“ unter anderem auch in Europa zu promoten. Bei dieser Platte besann sie sich wieder mehr auf ihre alternativen Wurzeln und dabei ist eines dieser seltenen Alben entstanden, dass immer besser wird, je öfter man es hört. So fanden sich naturgemäß hauptsächlich Songs von diesem Album in der Setlist, aber es schaffte auch eine gute handvoll alte Songs ins Programm (komplette Setlist nach dem [KLICK]), die wieder einmal eine Nuance anders interpretiert wurden, als vom Album oder früheren Auftritten gewohnt. Gefreut habe ich mich über den „Snake-Song“, weil ich den besonders mag und er mich immer irgendwie an den „Egyptian Reggae“ von J.Richman erinnert.
Mit dem neuen Album hat auch der (sehr gute Gitarrist) Jeremy Drake Gelegenheit bekommen, sich ausgiebig an Gitarre und Effektgeräten auszuprobieren und es gelingt ihm, diese Sounds auch live auf der Bühne überzeugend zu reproduzieren (Eleni: „Give him some time. It’s a very special science…“).
Die Songauswahl war sehr abwechslungsreich und vielseitig. Neben akustischen Solonummern, ruhigen Songs aus der Vergangenheit und den angesprochenen Alternative-Nummern vom neuen Album lässt es sich Eleni Mandell nicht nehmen, auch hin und wieder einen Song einzustreuen, der ihr besonders am Herzen liegt, aber zum Beispiel von der Plattenfirma mit dem Hinweis abgelehnt wurde, er wäre zu „depressing“, um aufs Album zu kommen.
Nach 17 Songs und einer Zugabenrunde mit drei weiteren Songs ist das Konzert dann vorbei und ich höre an dieser Stelle auch auf zu schreiben. Man wiederholt sich allzu leicht, wenn man über die gleichen Künstler mehrmals Konzertberichte schreibt.
Ich wünsche Eleni Mandell weiterhin den großen Durchbruch auch in Europa und hatte mit der Baroness und Freunden wieder einmal einen sehr sehr guten Konzertabend im Objekt 5.
Schaut euch Eleni Mandell unbedingt mal an, sollte sie mal in eurer Nähe spielen (13.05. München, 14.05. Wien, 15.05. Ebersee, 16.05. Wels, 17.05. Erlangen) oder kauft euch einfach ihre neue CD!
Einige Mitbringsel in Bild und Ton gibt es wie immer im Anschluss an diesen Text.
Datum: 11.05.2009
Ort: Objekt 5, Halle
Kosten: 13,-€ VVK
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Fotos:
Video:


Da gibt es viele elektronische Wave-Elemente, aber eben auch das schranzige, raue, das Frank Blacks Musik ausmacht. Seine Frau war früher schon auf Blacks Soloalben