Gesehen: “MicMacs – Uns gehört Paris”

Gesehen: “MicMacs – Uns gehört Paris”

Nach fünf Jahren Schaffenspause bringt Jean-Pierre Jeunet wieder einen Film auf die große Leinwand. „MicMacs“ reiht sich dabei lückenlos in die filmische Welt ein, die er mit Filmen wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Delicatessen“ oder „Die Stadt der verlorenen Kinder“ bereits hat entstehen lassen.

Schon die Einführung in den Film ist typisch Jeunet. Emotionslos und knapp hintereinander geschnitten wird in skurrilen Bildern die Ereigniskette gezeigt, in dessen Folge der Hauptakteur namens Bazil (Dany Boon, bekannt aus „Willkommen bei den Schti’s“) zum Außenseiter wird: Vater stirbt durch Landmine in Algerien, Mutter verliert daraufhin den Verstand, Bazil landet im erzkatholischen Kinderheim, flieht von dort, wird zum Straßenkind und landet letztlich als filmsüchtiger Angestellter in einer Videothek.
So schnell kann es gehen und an der Stelle knüpft dann auch die eigentliche Handlung an, indem er vor seiner Videothek als unbeteiligter Beobachter einer nächtlichen Schießerei lebensgefährlich in den Kopf getroffen wird. Im OP-Saal entscheidet der Operateur per Münze, dass die Kugel im Kopf bleibt, wodurch er zwar mit höherer Wahrscheinlichkeit weiterleben, aber auch jederzeit tot umfallen kann. Bazil hat fortan hin und wieder Visionen und geistige Ausfälle, verliert seinen Job, seine Wohnung und schlägt sich fortan als Straßenkünstler durch, woraufhin er von einer Gruppe anderer Außenseiter adoptiert wird. Auch diese sind mit ähnlichen Schicksalen unverschuldet in ihre Situation gelangt und verfügen allesamt über besondere Begabungen.
Währenddessen hat Bazil zwei große Waffenfirmen als Verantwortliche für den Tod seines Vaters und seinen Kopfschuss ausgemacht, an denen er sich alsbald gemeinsam mit seinen neuen Freunden rächen will…

MicMacs ist ein skurril-groteskes, lustiges Märchen für Erwachsene.
In einer fantasievollen Welt werden sympathische Freaks gezeigt, die es als Underdogs mit den Machenschaften sehr sehr böser Waffenlobyisten aufnehmen. Da gibt es die Schlangenfrau, die lebende Kanonenkugel, den verrückten Erfinder, den Sammler von Redwendungen, das Mädchen, das Gewichte, Entfernungen und Größen exakt abschätzen kann und einige mehr, die in der bizarren Höhlenwelt eines Schrottplatzes leben. Auf der anderen Seite sind da als Gegenpol die raffgierigen, skrupellosen und mit bizarren Sammelleidenschaften (Backenzahn von Marilyn Monroe, Fingernägel von Churchill..) ausgestatteten Waffenhändler. Das ist alles total überzeichnet, comichaft und grotesk, aber eben auch sehr fantasievoll, mit schönen Bildern unterlegt und unterhaltsam. Die Welt des Jeunet orientiert sich immer hart am Original, das jeder Zuschauer kennt und scheint doch aus einem leicht verschobenen Paralleluniversum zu stammen, schon allein, weil dort andere physikalische Gesetze gelten und alle Gegenstände intensiver gefärbt sind. Es macht Spaß, dort zuzuschauen und der Handlung zu folgen, zumal kaum ein Zwischenfall den Ablauf bis hin zum Finale trübt.

MicMacs ist ein typisch französischer, charmant-lustiges Kinofilm mit satirischen Zügen, der mir sehr gefallen hat. Der Film passte auch perfekt in die kleine, ausverkaufte und gemütliche Kinobar „Prager Frühling“, in der die Baroness und ich ihn bei einem kühlen Getränk gestern angeschaut haben.

Trailer:



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Sämtliche lebende Actionlegenden in einem Film, dass könnte ein ziemlicher Spaß werden (vermutlich aber gerade deswegen eher nicht). Ich werde es mir ansehen:



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Picard wird 70.

Die MZ berichtete (via Jörg)

Ein Auszug aus dem Werdegang des Schauspielers:



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Da der Hype um „Avatar“ an mir spurlos und unbesehen vorübergegangen ist, entschied ich mich gestern Abend dafür, dass Tim Burtons Version von „Alice im Wunderland“ mein erster Kinofilm in 3D sein soll. Diese abgedrehte Kindergeschichte von Lewis Carrol, die sowieso schon wirkt, als wäre sie unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen entstanden, in Verbindung mit Tim Burton, dem Meister des morbid-schrulligen Goth-Theaters, schien mir eine sichere Bank für gute Kino-Unterhaltung zu sein. Und zumindest teilweise ging dieser Plan auch auf.

Erst einmal war ich aber genervt von dieser klobigen 3D-Brille, die ich mir zum Genuss dieses Films aufsetzen musste. Viel zu weit waren die Gläser vom eigenen Auge entfernt, sodass man oben, unten und seitlich an den Gläsern vorbeischauen konnte. Gleichzeitig war der Rahmen der Brille so groß, dass man Teile der Leinwand nicht mehr sah. Das rechte Glas war leicht verkratzt bzw. hatte einen Fleck, der sich nicht wegwischen ließ. Da zahlt man doch gern ein paar Euro mehr.

Ich war dann aber trotzdem ziemlich angetan von der 3D-Welt, die mir da entgegen sprang, als der Film erst einmal begonnen hatte.



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