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Kategorie: Journal (Seite 2 von 4)

Lumafusion im Selbstversuch

In meinem aktuellen Selbstversuch, ob ich meinen Laptop theoretisch vollständig durch mein 2018er Standard-iPad ersetzen könnte, fehlte mir noch der Test einer guten Videoschnittsoftware. Es ist jetzt beileibe nich so, dass ich ständig Videos schneiden muss, bin ja kein Youtuber. Andererseits macht man in Familie schon immer mal ein Video von unterwegs und die schneide ich gerne ein bis zweimal im Jahr zu gefälligen 15-30 Minütern zusammen, mit denen man die Omas in der Zeit zwischen Kaffeetrinken und Abendessen prima langweilen bei Familienfeiern unterhalten kann.
Dafür braucht es beileibe keine Profi-Software, die für Hollywood entwickelt wurde, aber ein paar Gimmicks können trotzdem dabei sein.

Spoiler: Lumafusion ist perfekt dafür geeignet und vor allem sehr intuitiv bedienbar, wenn man sich vorher schonmal an ähnlicher Software versucht hat. Es ist vom Leistungsumfang in etwa vergleichbar mit der Mac OS Variante von iMovie, würde ich sagen. Für die Zukunft hätte ich nichts gegen zwei oder drei Videospuren mehr einzuwenden, aber da setzt wohlmöglich die Hardwarekompatiblität (noch?) grenzen. Was mir auch gut gefällt, ist das Dateisystem. Aus den meisten Quellen, aus denen man Daten importieren möchte, kann man das auch. WLAN-Festplatte, Netzwerk, Cloud, NAS, alles kein Problem und damit in der iOS-Welt wirklich erwähnenswert.

Ansonsten gilt, was eigentlich immer gilt, wenn man das iPad statt dem Laptop zum Arbeiten benutzt. Auf dem iPad entsteht da so nebenbei an einem Fernsehabend ein kleiner Familienfilm, wo man sich sonst konzentriert an einen Schreibtisch vor einen Monitor setzen muss… als täte man das auf Arbeit nicht schon genug.

Auf dem Pad wird geguckt, gedrückt, überlegt und dann mit den Fingern geschoben und gebastelt, dass es nur so eine haptische Freude ist. Man muss sich keine Extrazeit dafür nehmen, sondern bastelt und testet nebenher, bis das Ergebnis passt. Das ist, zumindest für mich, absolut entspannend. Und man schafft was, trotz aller Einschränkungen im Vergleich zu einer teuren Desktop-Software-

Judith Holofernes // 19.November 2018 // Kassablanca, Jena

Seitdem es „Wir sind Helden“ gibt, mag ich Judith Holofernes. Seitdem sie in diesem Jahr bei „Sing meinen Song“ mitmachte, mag sie auch meine Frau. Meine Hobbyband coverte vor 10, 12 Jahren ein oder zwei Songs von „Wir sind Helden“ und auch in den Folgejahren blieb ich den Tätigkeiten der Frontfrau verbunden. Egal ob Blogs, einzelne Soloprojekte oder die Sachen bei TV Noir. Irgendwie bekam man online immer ein bisschen von ihr mit und fand es manchmal gut, meistens sehr gut aber immer mindestens sympathisch. Es war also an der Zeit für uns zwei, sich die Frau und ihre Band auch endlich mal live anzuschauen.
Wir reisten wohlgenährt an, schließlich hatten wir vor der Show einen Gutschein von Freundinnen bei den „Sushi-Freunden“ in Inside-Out und Outside-Inn-Rolls aller Art umgesetzt (und uns dabei etwas übernommen.)

Ich war, optimistisch geschätzt, dass letzte Mal vor 20 Jahren im Kassablanca, auch meine Frau verbrachte hier eine Zeit lang ihre Jugendwochenenden. So waren wir auch auf den Ort sehr gespannt und konnten beruhigt feststellen, dass sich hier praktisch nichts verändert hat. Nur auf dem schönen Parkplatz von früher steht jetzt ein riesiges Bürogebäude. Das war es dann aber auch schon an Veränderung. Von außen ist das Kassablanca immer noch das jenensische Gegenstück des UT Connewitz in Leipzig, innen ein schöner kleiner Club, kleiner noch, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Der letzte Besuch war lange genug her, dass wir den Eingang eine ganze Weile suchen mussten. C. traf direkt an der Garderobe zufällig eine Freundin wieder, die sie seit 13 Jahren nicht gesehen hatte, wir trafen gemeinsame Bekannte aus der Heimat und so vertat sich die Stunde bis zum Konzertbeginn beim Quatschen und dem beobachten von Leuten. So 500 bis 600 werden es wohl gewesen sein, überwiegend weiblich, überwiegend jenseits der 30 würde ich sagen. So war es für viele sicherlich erfreulich, dass die 6-köpfige Band äußerst pünktlich mit dem a cappella Intro von „Ode an die Freude“ auf die Bühne trat. Danach folgten eineinhalb Stunden aus dem Querschnitt des Holofernes‘schen Soloschaffens. Das reicht von nachdenklichen Balladen bis zu scheppernden Popsongs aus dem Flipperautomaten, immer originell betextet in der ihr typischen Art, die oft was assoziationskettenartiges hat und immer auch lyrische Qualität, ohne das die Unterhaltung zu kurz kommt. In der ersten Reihe der Band ist dabei Power angesagt, denn hier stehen drei Frauen. Links die Percussionistin Jarita Freydank, in der Mitte Holofernes, rechts eine Künstlerin namens „Catt“ am Keyboard, die neu dabei ist und mir besonders gefiel. Wirkte sie am Anfang in ihren Bewegungen erst mal wie ein Groupie, das sich auf die Bühne verirrt hat, haute sie musikalisch richtig einen raus und zwar an Keyboard, Trompete, Posaune und den Background-Vocals. Beeindruckend! Die drei Männer an Gitarre, Bass und Schlagzeug halten sich dezent im Hintergrund und in ihrer Zurückgenommenheit damit auch die immer wieder aufploppenden Flippigkeiten der Frauen. Backgroundsänger waren alle mal und zum Schluss, am Ende der zweiten Zugabe gibt es dann auch noch den Headliner des aktuellen Albums „Ich bin das Chaos“. Das hat mir alles gut gefallen.

Oder in andren Worten(, die, glaube ich, von einem Wir sind Helden Album stammen):
„Judith you did it, but you did it jut!“