Neulich schaute ich mit der Frau „Julie&Julia“.
Da kocht eine junge Bloggerin ein Kochbuch einer alten US-Fernsehköchin nach und schreibt darüber. So ein Feelgood-Filmchen ist das, in dem es um Generationenunterschiede geht und um das Leben zweier Frauen in unterschiedlichen Zeiten. Grundlage des Films ist ein Blog, das es wirklich mal gegeben hat und in der Waybackmaschine noch vollständig nachzulesen ist.
Mich hat das an die Zeit erinnert, als Blogs in Deutschland noch neu waren und für die, die an dieser Nische von Anfang an teilnahmen, auch sehr aufregend. Ich dachte drüber nach, wie ich damals so drauf war, als ich selber noch Alltagserlebnisse ins Internet schrieb und wie man sich inzwischen entwickelt hat. Mir wurde auch klar, dass es ein Bloggen wie damals heute nicht mehr geben wird. Die Aufbruchsstimmung ist weg, die sozialen Medien haben zu viele Kapazitäten abgegriffen und aus vielen „Alpha-„Bloggern von damals (die hießen wirklich so) sind Unternehmen geworden. Die Claims sind also abgesteckt und zwar ganz anders als damals. Die Kapitalismusroutine hat ihr Werk vollendet. Das zwischenmenschliche ist raus.
Aus irgendeinem Grund hat mich die ganze Überlegerei aber trotzdem dazu gebracht, dieses Weblog hier ins Leben zu rufen. In meinem Alter will man zwischen Arbeitsstress und Kinderlärm ja auch mal wieder was Eigenes haben ein Jodeldiplom … und sei es eine anachronistische Ecke im Internet, wo man Schreiben üben kann, die aber keiner mitbekommt, weil alle auf Facebook und Instagram rumlungern.

Hier ist nun also wieder (etwas) Leben.