Diese Woche gibt es einen Rückblick und der geht so:

[Schlachten]
Der Umgang mit der Erzeugung von Fleisch ist in westlichen Gesellschaften ein viel diskutierter und ambivalenter. Ich akzeptiere jeden Einzelnen der sagt, ein Tier zu töten, nur damit ich Wurst und Fleisch essen kann, geht für mich nicht in Ordnung. Es ist auf alle Fälle besser, als alles, was viele andere Menschen tun. Zum Beispiel Wurst essen, aber nur dann, wenn sie in Klarsichtfolie verpackt aus dem Supermarkt kommt, sodass man sich einreden kann, dass das ja gar kein Tier gewesen ist früher, sondern ein industrielles Produkt. Irgendwie so. Jedenfalls wird von vielen auf verschiedene Arten verdrängt, woher dieses Lebensmittel stammt. Das ist schade…

Ich habe für mich schon vor langer Zeit entschieden, dass mir Fleisch auf dem Speiseplan viel zu wichtig ist, als das ich drauf verzichten kann und möchte. Andererseits gibt es in meinem Heimatort einen riesigen Schlachthof und so weiß ich aus Erzählungen viel über die Zustände dort. Zur Beruhigung des eigenen Gewissens haben wir mal eine Zeitlang ausschließlich beim lokalen Fleischer gekauft, in der Hoffnung, damit „gutes“ Fleisch zu kaufen, bis eines Tages herauskam, dass auch dieser sich nur fertige Schweinehälften aus ebenjenem Riesenschlachtbetrieb holt, wo täglich wohl bis zu 14.000 Schweine geschlachtet werden. Nicht gerade Bio.
Jedenfalls, wenn man sich für Fleisch entscheidet, sollte einem auch bewusst sein, wo das Fleisch herkommt. Vor allem auch deswegen bin ich froh, dass ich einer kleinen Schlachtegesellschaft angehöre, die einmal aller zwei Jahre eine Hausschlachtung organisiert. Am vergangenen Samstag war es wieder einmal so weit. Unser Schwein bekamen wir wie immer vom privaten Hobbybauernhof. Wir wissen also, dass es dort gutes Futter bekam und den ganzen Tag auf einer weitläufigen grünen Wiese rumrennen durfte. Das Schwein hatte es insofern gut und ein entspanntes artgerechtes Leben, das sicherlich ohne weitere Probleme ein Bio-Siegel verdient hätte. Aber auch dieses Leben endet mit einem Bolzenschuss vor den Kopf und einem Schnitt in den Hals.
So eine Schlachtung ist eine sehr archaische, bestimmt seit Jahrhunderten im wesentlichen unveränderte Angelegenheit und es ist auch beim fünften Mal, dass ich nun dabei war, immer wieder ein besonderer, beinahe ehrfurchtsvoller Moment, wenn man weiß, jetzt ist es gleich soweit. Wenn man dann anschließend den ganzen Tag am Schneidebrett steht, dummes Zeug redet und auf Anweisung seine eigene Wurst produziert, baut man eine ganz andere Beziehung zum Endprodukt auf. Man weiß, wie viel Arbeit da drinsteckt und die Tatsache zu würdigen, dass zuvor ein Tierleben hierfür endete.
Dank dieses Schweines werden nun wieder fünf Familien bis zu einem Jahr lang ihren Essenstisch mit bester hausschlachtener Wurst ergänzen können. Das schreibe ich mit Demut, aber auch Genuss und in Erinnerung an ein schönes Schlachtefest.

[Spotify Connect]
Als technische Neuanschaffung der Woche legte ich mir eine multiroomfähige Auvisio-Streamingbox zu. Die macht was sie soll und holt sich Spotify direkt aus dem WLAN, ohne das der Handyakku belastet wird. Wird sicherlich nicht der letzte kleine Kasten dieser Art bleiben. Spotify als Multiroomlösung hat schon was…